Einsame Strände, erstklassige Wildcamp-Spots, eine Inselumrundung, tausende Sterne und ein Ironman
Neapel Chaos zum ersten
Bevor wir unsere Fähre nach Cagliari besteigen, wollen wir es uns nicht lassen Neapel zu erkunden. Zu viele legendäre Geschichten haben wir schon gehört von dieser fast schon etwas Afrikanisch anmutenden Stadt. Um nicht um unser hab und gut bangen zu müssen entscheiden wir uns unser Camper in einer bewachten Garage zu Parken. Der Name "Parcheggio nuovo Ferraris" hätte uns eigentlich stutzig machen sollen, sagt er doch schon sehr viel darüber aus, welche Art von Autos hier normalerweise abgestellt wurden. Wir taten nichts dergleichen und parkierten unser Charrli gekonnt zwischen zwei Edelboliden. Jetzt gehts auf in die vollbepackten Gassen von Neapel. Eine Stadt die vor Leben nur so strotzt und die ganz nebenbei als Geburtsort einer ganz speziellen Art Pizza gilt, der Pizza Napoletana. Für 4 Euro kauften wir zwei und machten uns auf den Weg zurück zum Camper.
Neapel Chaos zum zweiten
Für die Strecke zum Hafen benötigen wir eine gute Stunde. Zu Fuss hätten wir das locker in 10 Minuten geschafft doch am frühen Abend kommt der Verkehr in Neapel nicht selten komplett zum erliegen. Am Hafen angekommen stellt sich uns die nächste Herausforderung. Welches dieser Schiffe ist nun unsere Fähre nach Cagliari? Zum Glück wissen wir wie die Reederei heisst und fahren zum erst besten Schiff mit der richtigen Reederei auf dem Rumpf. Da angekommen erklärt man uns, dass wir unsere Tickets zuerst in einen Boarding Pass umtauschen müssen bevor wir unseren Camper im Rumpf parkieren dürfen. "Dritte Abzweigung rechts ist ein Parkplatz, da stehen zwei Männer die euch euer Ticken in einen Boarding Pass umwandeln." Was dubios klingt funktioniert hier tatsächlich so. Eine offizielle Beschilderung wo man lang fahren muss sucht man im Hafen von Neapel umsonst.
Auf Deck angekommen werden uns einmal mehr die Kontroversen dieser Stadt bewusst, da das heruntergekommene Frachtschiff, dort das auf Hochglanz polierte Kreuzfahrtschiff. Neapel ist wahrhaftig ein bunter Flickenteppich wo Gegensätze an allen Ecken und Enden aufeinander prallen.
Buongiorno Sardegna
Die Ankunft in Cagliari, gestaltet sich Ruhig. Fast wie in Trance gleiten wir mit unserem gigantischen Dampfer, auf dem kaum Passagiere sind, in den Hafen von Cagliari. Nach der Hektik von Neapel wirkt hier alles sehr entspannt und ruhig. Obwohl auch Cagliari weit über 100'000 Einwohner hat kommt hier keinerlei Grossstadt Gefühl auf. Wir sparen uns das Erkunden der Stadt auf später auf und machen uns auf in den südlichsten Zipfel Sardiniens zu erkunden.
Bald schon fallen uns die vielen Rennvelo Fahrer am Strassenrand auf. Wenig später erfahren wir, dass hier die nächsten zwei Tage der Ironman Triathlon von Sardinien stattfinden wird. Kein wunder konnten wir keinen Platz mehr finden auf den Campings.
Wild-campen kein Thema
Im November sind die Temperaturen zwar nicht mehr ganz so hoch wie beispielsweise im September, dafür bietet sich die Möglichkeit, an den schönsten Plätzen direkt am Meer zu campen. Wo die Polizei im Sommer vermutlich regelmässig patrouilliert und Bussen verteilt interessiert es im November niemanden ob da jetzt ein Camper steht oder nicht. Wir zelebrieren das mutterseelenaleinesein und die wildromantische Landschaft bei einem Glas Rotwein. Was will man mehr!
St.Antioco Perle des Südens
Ein hauch Griechenland oder doch eher Marokko? Die Halbinsel St. Antioco ganz im Südwesten Sardiniens weiss zu überzeugen. Herzige Städtchen, guter Kaffee und Wein und alles auf überschaubarer Fläche.
In einem Tag mit dem Bike um die ganze Insel. Frühstücken in St.Antioco, Picknick und Siesta in Calasetta, Schnorcheln in den Piscina naturale und fürs Nachtessen wieder zurück beim Camper.
Landschaften des Südens